Geschichte der Deutschen Schule Athen

Die Deutsche Schule Athen blickt stolz auf ihre über hundertjährige Geschichte zurück. Sie wurde 1896 von dem berühmten Archäologen Wilhelm Dörpfeld gegründet.
Die Schule, die als eine Begegnungsstätte für Schüler verschiedener Nationalitäten und Kulturen gedacht war, befindet sich in Maroussi und besteht aus der deutschen Abteilung mit Primar- und Sekundarstufe und der griechischen Abteilung mit Gymnasion und Lykeion.
Die Schule, an der deutsche und griechische Lehrkräfte unterrichten, bietet den ungefähr 1000 Schülern eine moderne Bildung und bereitet sie auf das Leben in der Umgebung des vereinten Europa vor.

Gründung der Schule
Die erste deutsche Bildungseinrichtung in Griechenland wurde 1834 gegründet. Damals bestand die Notwendigkeit einer solchen Schule, da viele deutsche Akademiker, Angestellte, Händler, Ärzte, Handwerker und Soldaten mit ihren Familien zur Zeit der Regentschaft Ottos nach Griechenland zogen. Die Schule blieb bis 1862 offen, als Otto Griechenland verließ.
1872 wurde aufgrund einer privaten Initiative eine deutsche Schule gegründet, in der nur an Sonn- und Feiertagen unterrichtet wurde. Im Jahr 1888 wurde sie wegen der Finanzkrise geschlossen.
1896 ergriffen der Archäologe Wilhelm Doerpfeld und die in Griechenland wohnenden deutschen Familien die Initiative der Gründung einer Schule für ihre Kinder.
1897 wurde der Schulverein gegründet, der auch der Schulträger war. Im selben Jahr kam auch die Zusage der finanziellen Unterstützung von der deutschen Regierung. Seit dem Schuljahr 1898-99 hatte die Schule, die eigentlich eine Grundschule war, einen eigenen Kindergarten. Als die Schule im Jahr 1917 wegen des Krieges schließen musste, hatte sie 200 Schüler.

Die Zeit zwischen den zwei Weltkriegen
In den zwei Jahrzehnten zwischen den Weltkriegen entwickelte sich die Schule von einer Schule mit drei Grundschulklassen zu einer Schule, an der die Schüler den deutschen und den griechischen Schulabschluss erlangen konnten. Es handelte sich dabei nicht um eine einfache Entwicklung, da sehr viele Probleme überwunden werden mussten. Jedenfalls zeugte die ständig wachsende Zahl der Schüler von dem großen Interesse für die Schule. Die – auch wenn nur – eingeschränkte Anerkennung durch die griechische Regierung im Jahr 1927 stärkte diese Entwicklung.
1935 wurde die Schule von dem deutschen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung als „deutsche höhere Lehranstalt“ anerkannt. Am 1. April 1939 wurde neben dem deutschen auch ein griechischer Direktor eingestellt und die Schule erhielt die Genehmigung für gemischte Klassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach der durch die geschichtlichen Ereignisse bedingten Schließung der Schule im Jahr 1944 wurde sie 1956 wiedereröffnet. Doch die wachsende Zahl der Schüler und die Notwendigkeit von größeren Räumen veranlassten das deutsche Außenministerium zum Entschluss, ein privates Schulgebäude zu errichten.
1959 war für die DSA ein Jahr großer Reformen. Zum ersten Mal nach dem Krieg wurde ein deutscher Schulabschluss eingeführt und es wurden zwei gymnasiale Abteilungen – eine griechische und eine deutsche – gegründet. Es handelte sich dabei um eine notwendige Trennung, da im Rahmen der Bildungsreform der Regierung Karamanlis die Unterrichtsfächer der griechischen Schüler sehr konkret definiert wurden, so dass es keine Abweichungen zum nationalen Bildungssystem geben könnte, auch wenn die Schüler eine Auslandsschule besuchten.

Die letzten 25 Jahre
Die DSA hat in den letzten Jahren eine Entwicklung mit steigender Tendenz. Man hat sich um die Verbesserung der Bildungsqualität auf allen Ebenen bemüht – Lehrpläne, außerschulische Aktivitäten, Anlagen. Von dem positiven Ergebnis dieser Bemühungen zeugen die Erfolge der Absolventen der Schule, da eine große Anzahl der ehemaligen Schüler sich in der Welt der Politik, der Kunst, der Wissenschaften und der Unternehmen bewährt hat.
Und da eine Schule ein lebender Organismus ist, der sich folglich ständig verändert, wird die weitere Entwicklung der Deutschen Schule Athen geplant, wobei der Respekt und die Liebe zu den Schülern weiterhin den Maßstab setzen.