Auf der Suche nach Europa in Distomo

Schülerbegegnung Teil II vom 31. März bis 2. April in Distomo 

Es war eine bunte, kreative, lebendige Spurensuche, welche sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart mit einschloss und uns vor allem aber mit jungen Menschen, Zeitzeugen und Vertretern der Gemeinde Distomo zusammengebracht hat.

Der Europagedanke ist in Distomo viel lebendiger als in irgendeiner deutschen Kleinstadt, meinten die Schüler der DSA. Warum das so ist, hat sicherlich mit der tragischen Geschichte des Ortes zu tun.

Distomo ist einer der wichtigsten Gedenkorte Griechenlands. Vor 73 Jahren verübten deutsche SS Soldaten grausame Verbrechen an der unschuldigen Zivilbevölkerung und legten die kleine Ortschaft in Schutt und Asche. Distomo ist also ein symbolischer Ort; er steht stellvertretend für viele Gedenkorte des 2. Weltkrieges in Europa. Von Distomo geht eine ganz klare und unmissverständliche Botschaft für das heutige vereinte Europa aus: „Nie wieder Krieg, Hass, Feindschaft und Gewalt zwischen den europäischen Völkern“, was zugleich auch der Gründungsgedanke der heutigen Europäischen Union gewesen ist. Das vereinte Europa wurde damals als Friedensprojekt auf den Trümmern und Verbrechen des 2. Weltkrieges gegründet.

Dieser Gedanke hatte die Schüler auf dem Mausoleum zu einer künstlerischen Auseinandersetzung der besonderen Art inspiriert. So suchten und sammelten die Schüler beider Schulen in der üppigen Natur rund um die Gedenkstätte Naturmaterialien, wie Steine, Pinienzapfen, Hölzer und Blumen, die sie am Boden des Amphitheaters zu einem riesigen Peace-Zeichen, in Anlehnung an den bekannten englischen Künstler Andy Goldsworthy, zu einem Kunstwerk aus Naturmaterialien zusammensetzten.

Neben den vielen Interviews, die wir vor Ort mit jungen Menschen aus Distomo zu unserem Schwerpunktthema „Jugendliche in Europa“ geführt haben, arbeiteten die Schüler der Musikgruppe auch an dem bereits in Athen begonnen „Euro-Rap“ weiter und erweiterten den Liedtext um einige Strophen in ungarischer und albanischer Sprache. Die Tanzgruppe erfreute uns mit einer Choreographie im Licht der Spätnachmittagssonne am Mausoleum zu der dann alle Beteiligten auf den Treppen des Amphitheaters tanzten.

Der gemeinsame Tanz, die Freude an der Gestaltung eines gemeinsamen Europasongs, das Paece-Zeichen am Mausoleum, all das sind Botschaften der Hoffnung, der Zuversicht und der Überzeugung griechischer und deutscher Schüler für ein friedliches und vereintes Europa der Völker, ausgehend von diesem sehr symbolträchtigen Ort.

Damit endete auch das offizielle Programm des zweiten Teils der Schülerbegegnung.

Regina Wiesinger

 

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